Blogs in den Geowissenschaften

Die Zahl der Blogs mit geowissenschaftlichen Inhalten steigt weiter an. Das fand eine aktuelle Befragung unter Bloggern heraus. Bereits 2008 wurden durch Callan Bentley vom Northern Virginia Community College (USA) erstmals Daten über die Geoblogosphäre und bloggende Geowissenschaftler erhoben. Ende 2009 folgte eine deutlich umfangreichere Befragung der Geoblogosphäre. Die ersten Ergebnisse hat Lutz Geißler auf Geoberg.de (Engl.) und auf Geonetzwerk.org (Dt.) veröffentlicht.

 

An der Befragung nahmen 78 Personen teil. Ungefähr 70 Prozent der Geoblogger begannen ihren Blog erst nach 2007. Dabei sind die Männer unter den Geobloggern deutlich überrepräsentiert. 78,2 Prozent der Befragten waren männlich, weibliche Blogger machten nur einen Anteil von 21,8 Prozent aus.

 

Der regionale Schwerpunkt der Geoblogosphäge liegt in den USA (ca. 51 Prozent), danach kommen Spanien und Deutschland mit jeweils ca. 12 Prozent und an dritter Stelle Großbritannien mit ca. acht Prozent. Von den 9 deutschen Geoblogs sind 7 in einer Google Map eingetragen worden. Demzufolge kommen die meisten deutschen Geoblogs aus den neuen Bundesländern. Nur zwei sind in den alten Ländern. Der Fokus liegt im Norden und Osten. Trotz Universitäten mit gutem Ruf, scheint es keine Geoblogger im Westen und Süden Deutschlands zu geben – oder sie haben an der Umfrage nicht teilgenommen.

 

Das Themenspektrum der Blogs ist recht vielfältig. 479 Antworten gab es zu der Frage nach den Themen der Beiträge. Am häufigsten wurde dabei Allgemeine Geologie (10% aller Antworten) gennant, es folgten persönliche Geo-Anekdoten (8%) sowie die Paläontologie (7%).

Quelle: Geoberg.de
Quelle: Geoberg.de

"Die Quelle der gebloggten Informationen liegt bei 28% der Antworten (n = 265) in der eigenen Forschungsarbeit, 23% lassen sich von der Forschung anderer Geowissenschaftler inspirieren (“research blogging”). Quell neuer Blogartikel sind außerdem Medienberichte (19%), andere Geoblogger (17%) und die Arbeit mit Kollegen (11%)."

 

Die komplette Auswertung der Befragung soll in einem wissenschaftlichen Journal publiziert werden. Den Autoren Lutz Geißler, Robert Huber und Callan Bentley sei für Ihre Arbeit herzlich gedankt. Es wird interessant sein, wie sich die Anzahl und Themenvielfalt der Blogs in der nächsten Zeit entwickeln wird. Im Ergebniss der Befragung kann festgestellt werden, das Blogs zur Vermittlung von geowissenschaftlichen Themen in der Öffentlichkeit als auch zum Austausch unter Fachkollegen einen steigenden Beitrag leisten.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0